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Wieder da & Bitte um Geduld

 

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Empfehlenswert: die Ausstellung „Mythos Schönheit“ im Schloss Linz.

Liebe LeserInnen,

die gute Nachricht ist, dass ich das Blog nach der Virusattacke, die es in den letzten Tagen aber sowas von lahm gelegt hat, wieder flott bekommen habe (d.h. eigentlich nicht ich alleine, sondern eine gute Seele von Webexperten, für die Datenbankextraktionen und sonstige Server-bedingten Basteleien braucht man nämlich einen Abschluss von Hogwarts für Webdesigner. Ach ja, und wenn ich schon dabei bin, dem unbekannten, aber lieblichen Wesen, dass sich aus reiner Langeweile in mein Theme gehackt hat, mögen alle sieben Plagen über seinen Schniedelwutz herfallen, und zwar auf einmal, dann hat er wieder eine Beschäftigung).

Die Seite ist also wieder da, allerdings rudimentär. Alle Fotos fehlen und müssen händisch (ächz) restauriert werden, das Design ist noch lange nicht da, wo ich es hin möchte, es fehlen Widgets und Plugins, und ich weiß nicht einmal, ob ich mit diesem Theme wirklich ultimatives Glücksempfinden erlebe oder mich auf die Jagd nach einem neuen machen werde.

Also bitte ich Euch, liebe LeserInnen, um etwas Geduld, und Nachsicht, während der Fitzeleien der nächsten Zeit.

Danke 🙂

Gedanken zum Thema Basics

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Einer der Unsitten von Modezeitschriften (und, leider, auch von einigen Blogs) ist, dass sie einem erklären wollen, ohne welche Basic-Teile kein Kleiderschrank auskommt. Ich finde diese Rigidität immer einen Hauch ermüdend, schon allein deshalb, weil ich mir grundsätzlich nicht gerne etwas vorschreiben lasse, schon gar nicht in Sachen Dresscode. (Man muss nur meine Vorgesetzten vom Hotelrezeptions-Sommerjob fragen, wo mein verhasstes Schultertuch mehrere Saisonen verbracht hat. Kleiner Tipp: allerhinterste Schublade, meist mit meinem Namensschild obendrauf. Aber ich schweife ab).

Ich finde diese Aufzählung der Must-have-Artikel auch deshalb unnötig, weil sie irgendwie alle Frauen über einen Kamm scheren, und das ist natürlich nicht hilfreich. Eine Freelancerin im Kreativbereich hat eine andere Garderobe als eine Bankerin, die Assistenzärztin wird wohl andere Teile einkaufen als die Handelsreisende oder die Biobäuerin (die in viele Artikeln zitierten Basics Schwarzer Blazer/weiße Bluse habe ich seit meinem Rezeptionsnebenjob nicht mehr getragen, und das ist ein gutes Jahrzehnt her).

 

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In meinem Arbeitszimmer im Haus der Slowakischen Schriftsteller, Hohe Tatra

Wobei ich die Idee von Basics nicht grundlegend schlecht finde – ein paar Grundsatz-Teile, die zu fast allem im Schrank passen, können einem oft Zeit und Geld sparen und das Leben einfacher machen. Man muss nur rausfinden, welche Teile man genau braucht. Anstatt Frauen also was vorzuschreiben, kann man sie vielleicht inspirieren, sich über ihre ganz persönliche Kleiderschrank-Grundausstattung Gedanken zu machen. Hier ein paar Fragen, die mir geholfen haben.

  • Was sind die Teile, die man am häufigsten trägt?
  • Welche Grundfarbe(n) hat die Garderobe? (Öhmm … schwarz?)
  • Hat man eine Vorliebe für ungewöhnliche Teile, weiß aber oft nicht, wie man sie kombinieren kann? Statt diese textilen Leckerbissen seufzend wieder an den Ständer zurückzuhängen, kann man sich überlegen, in eine schlichte Hose oder ein klassischen Rock bzw ein unauffälligen Top zu investieren, mit denen sich all den Exoten im Schrank tragen lassen.
  • Ist man viel unterwegs? Braucht man Sachen, die wenig Platz im Koffer wegnehmen und nicht knittern? Wie lassen sich die Sachen kombinieren, damit man mit möglichst wenig Garderobe möglichst viele Gelegenheiten abdecken kann?)
  • Wie weit wohnt man von der nächsten Reinigung weg, bzw wie scharf ist man aufs Bügeln? (Meine Antwort: Gar nicht. Das letzte Mal hatte ich vor drei Jahren ein Bügeleisen in der Hand, im Rahmen der Textildruckwerkstatt auf der Kunstuni).

Für mich sind einerseits schlichte, einfärbige Skater-Kleider wichtige Basic-Teile, anderseits schwarze Stoffleggings. Erstere sind im letzten Jahr oder so ein wichtiger Garderoben-Bestandteil geworden, auch, weil ich so viel unterwegs war wie nie, und in meinem Koffer neben Kleidung auch Laptop, Bücher, Unterlagen usw Platz finden müssen. Skaterkleider lassen sich fein kombinieren, und je nach Accessoires passen sie zu so ziemlich jedem Anlass. Ich habe in ihnen die Oxford Street und den Glastonbury Tor bezwungen, Interviews über Interviews für meinen Roman geführt, und sie zum Afternoon Tea in London genauso ausgeführt wie zum Marktbummel in Berlin, einem Theaterevent in Prag oder zum Museumsbesuch in Wien.

 

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Versuch eines Selfies im Mikro-Spiegel

Leggings mag nicht etwa, weil ich eine Anhängerin der klassischen „Dicke-Mädchen-Uniform“, also Tunika und Leggings wäre (brrrr), sondern weil ich Sommer wie Winter fast nur Kleider oder Röcke trage (Hosen sind etwas fürs Männervolk), und die Leggings oft wärmer und pflegeleichter sind als Strumpfhosen. (Abgesehen ist es nicht immer leicht, eine gut sitzende Strumpfhose in 50/52 zu finden, vor allem auf Reisen). Ich trage ab und an auch mal Jeans unter die Kleider, und ich mag die Kombo sehr. Erstens sie sehr praktisch, vor allem auf Reisen – man sieht fein aus, kann sich aber auch mal draußen hinsetzen, friert weniger, und meine geliebten Skaterkleider und die Leggings und Jeans lassen sich wunderbar einrollen und knitterfrei transportieren. (Außerdem ist der Look irgendwie sehr Khaleesi).

 

Lesen & Stoff
Lesen & Stoff

Leggings und Jeans haben allerdings den Nachteil, das sie nicht immer ganz edel aussehen, egal wie neu sie sind. Also wollte ich probieren, wie die Kleid-Kombo mit einer schlichten, engen schwarzen Stoffhose aussieht (vielen lieben Dank an Navabi für das zur Verfügung stellen des Modells von Zhenzhi), und ich muss sagen, ich mag den Look – es lässt das Outfit doch etwas eleganter aussehen. Außerdem hat die Hose keinen Zip, das heißt, sie ist wunderbar bequem, auch wenn man länger sitzt und schreibt, und das tue ich im Moment, weil ich ein einmonatiges Schreibstipendium bekommen habe und in einem Schriftstellerrefugium in der Gebirgswelt der Hohen Tatra weile …

Hose: Zhenzhi bei Navabi

Skaterkleid s/w & Gürtel: Yours Clothing

Schwarzes Skaterkleid & Langarmshirt: alt, ähnliches hier

Tuch: DIY, Stoff vom Maybachufermarkt, Berlin

Plus Size Shopping Tipps London

 

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Wenn man aus Wien kommt, wo die Auswahl an brauchbaren Plus-Shops mehr oder minder auf eine Boutique und vielleicht auch noch Hasi & Mausi (für NichtwienerInnen: H&M) beschränkt ist, freut man sich immer, in Städte zu kommen, die über nicht-virtuelle Plus Shops verfügen, sprich Läden, wo man tatsächlich auch hineingehen und die Teile auch anprobieren kann. Da ich die britischenPlus-Labels wegen ihrer femininen Mode sehr mag, finde ich es immer fein, nach Großbritannien zu kommen.

Nun war ich Ende August/Anfang September zwar in erster Linie wegen Recherchen für meinen neuen Roman in London und Umgebung. Trotzdem intensiven Materialsammelns habe ich aber auch die Gelegenheit gefunden, in ein, zwei Geschäften vorbeizuschauen – nicht nur, um nach neuen Teilen Ausschau zu halten, sondern auch, damit ich diverse Sachen anprobieren und meine aktuellen Größen kenne, was das Online-Shopping ja auch um einiges einfacher macht. Hier also meine Shopping Tipps für alle, die an an die Themse verschlägt.

Übrigens: die meisten Plus-Shops bieten an, Waren ins Geschäft zu bestellen, wenn sie sie gerade nicht lagernd haben. Wenn man länger als nur ein, zwei Tage bleibt, ist das durchaus eine Option …

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Oxford Street

Ja, die Haupteinkaufsmeile von London Mitte ist laut, überlaufen und auch sonst eher anstrengend. Trotzdem können sich üppige Fashionistas ins Getümmel wagen, die Oxford Street bietet nämlich eine halbwegs brauchbare Auswahl in Sachen Plus Size Shopping. Außerdem haben viele der Geschäfte bis 21h offen, das heißt, man kann den Tag im Museum verbringen und sich dann am frühen Abend zum Einkaufen aufmachen.

Evans

Ganz am Anfang (oder Ende) der Oxford Street, bei Marble Arch findet sich eine Evans-Filliale mit Schuh- und Dessous Abteilung und netten Verkäuferinnen.

252-258 Oxford Street

Simply Be

In der Nähe des Oxford Circus größter Simply Be-Shop Großbritanniens, zwei Stockwerke Damenmode (plus Schuhe und Dessous), ein Stockwerk für die Herren.

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New Look

In der Filliale beim Oxford Circus haben sie eine brauchbare Plus-Abteilung („Inspire“, zweiter Stock), außerdem ziemlich eine Schuhabteilung mit vielen Schuhen für breitere Füße („wider with“).

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Marks & Spencers, Debbenhams

Große Auswahl in Sachen Dessous bis 90 G. Allerdings hängen bei M&S die jüngeren, hübscheren Plus-BHs nicht immer auf den für große BHs reservierten Ständern – lieber eine Verkäuferin fragen, bevor man an den Omamodellen verzweifelt und mit leeren Händen rausmarschiert.

Topshop

Leider keine Plus-Mode, aber durchaus interessante Accessoires.

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Extra-Tipps für hungrige Shopperinnen:

1, Die Kette Natsu verkauft eine halbe Stunde vor dem Schließen Sushi & Co zum halben Preis ab – beim gegenwärtigen Wechselkurs und den Londoner Preisen sollte man also auf das Sale-Schild vor den Fillialen achten.

2, Viele Marks & Spencers-Fillialen bieten (vergleichweise) günstig Afternoon Tea mit Scones und Sandwiches an, als kleine Stärkung für zwischendurch.

 Kleines, feines pick-me-up: Tee & Sandwiches bei M&S. Ich esse zwar wenig Süßes, aber ein Sconechen in Ehren …
Kleines, feines pick-me-up: Tee & Sandwiches bei M&S. Ich esse zwar wenig Süßes, aber ein Sconechen in Ehren …

Surrey Quays

Yours Clothing ist (noch) nicht auf der Oxford Street vertreten, hat aber zumindest eine Filliale, die halbwegs zentral gelegen ist, wenn auch südlich der Themse. Andere Plus-Stores finden sich meiner Recherche nach in dem kleinen Shopping Center leider nicht, aber zumindest ein paar Drogeries wie Boots.

Surrey Quays Shopping Centre, Redriff Rd, Southwark. Ubahn oder Overground bis Canada Water

Camden Lock

Einige der Läden mit Gothic und Vintage-inspirierter Mode innerhalb der Märkte und auf der Camden High Street führen durchaus Plus-Outfits (zB die Retro-Kleider von Hellbunny, die bis Gr. 52 gehen). Einfach mutig sein, hineingehen und sich überraschen lassen.

Extra-Tipp: Charity-Shops & Flohmärkte

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Hackney flea market in Stoke Newington, nördliches EastendOxfam und wie sie alle heißen, aus dem Straßenbild Londons sind die Second-Hand-Läden, die für wohltätige Zwecke sammeln, nicht mehr wegzudenken. Zu Recht: Neben Mode in unterschiedlichen Größen kann man dort auch feine Accessoire-Schnäppchen um wenige Pfund machen. Hin und wieder sind die Taschen und Ohrringe noch nicht einmal gebraucht – ich habe in einem Charity-Laden auf der Kingsland Road ein neues, mit Perlen und Pailetten besticktes Täschchen für 5 Pfund gefunden.

Auch auf Flohmärkten finden sich bekanntlich immer wieder nette Accessoires und andere Schnäppchen (ich habe auch einen Stand mit ausgestopften Tieren und Menschenknochen aus Anatomiesammlungen gefunden, aber das ist eine andere Geschichte). Aktuelle Flohmärkte findet man über Time Out – entweder online oder in den Heften, die in vielen Cafés und Geschäften aufliegen.

PS: Angeblich hat die TK Maxx-Filliale bei Hammersmith größere Größen. In den Innenstadt-Fillialen hab ich jedenfalls nichts gesehen, was über Größe 46 hinausgeht …

(Alle Fotos (c) Rhea Krcmárová)

Label-Vorstellung: Studio Untold

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Ein Vorwurf, den sich Modefirmen im Plus-Bereich immer wieder (und berechtigter Weise ) anhören müssen: ihre Mode sei zu konservativ und altbacken. Groß ist also die Freude bei uns jüngeren, modebewussten Curvies, wenn ein neues Label auf den Markt kommt, das man mit gutem Gewissen als jung, frisch und modisch bezeichnen kann. So geschehen Anfang des Jahres, als auf der Curvy-Messe das jüngste „Kind“ der Popken-Familie präsentiert wurde: Studio Untold. Ich gestehe, dass ich ziemlich neugierig war, und zwar nicht nur wegen der Aussicht auf neue Häppchen für meinen Kleiderschrank. Studio Untold lockte mit dem Versprechen auf ein stylishes Gesamt-Konzept, damit, nicht nur Mode zu verkaufen, sondern auch ein Gespür für das Rundherum zu haben, für den Lebensstil, der automatisch mit den textilen Teilen mitkommt und der gerade bei Plus-Mode nur allzu gerne vernachlässigt wird.

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Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass das Rundherum doch nicht so wichtig sei, dass man auf die Inszenierung nicht so achten müsse, solange die Mode fein und tragbar sei. Die Inszenierung ist aber das, was meiner Meinung nach einen Teil des besonderen Charmes der Modewelt ausmacht. Für unsere schlanken Schwestern macht man sich schließlich auch die Mühe, die Outfits in Szene zu setzen. Wenn die Dünnen ihre Mode in New Yorker Lofts oder Pariser Cafés präsentiert bekommen, dann haben die Runden das gleiche Recht darauf.

Details, Details: Liebevoll gestalteter Stand auf der Curvy-Messe im Jänner
Details, Details: Liebevoll gestalteter Stand auf der Curvy-Messe im Jänner

 

Studio Untold versteht sich jedenfalls auf das Geschichtenerzählen, auf das Rundherum. In dem knappen Dreivierteljahr, dass es die Marke gibt, wurden meine Erwartungen nicht nur nicht enttäuscht, sondern eher übertroffen. Studio Untold sieht sich als urbanes Fashionista-Label, und schafft es auch, genau diese Idee von der kosmopolitischen, jungen Großstadtmode zu vermitteln – mit ihrem Blog, den liebevoll entworfenen Magalogen, dem Konzept des Storytellings und natürlich mit der Mode selbst. Neben netten, gut kombinierbaren Basic gelingt es dem Label immer wieder, ziemlich originelle Teile (der! schwarze! Tüllrock!) zu präsentieren – Mode, bei der man merkt, dass beim Entwerfen an die künftige Trägerin gedacht wurde. „Die Frau, die unsere Mode trägt, ist gut informiert, selbstbewusst und möchte sich nicht verstecken“, beschreiben die MacherInnen ihr Konzept. „ Die Kundin ist „Storyteller“ und soll in die Entstehung und Weiterführung der Marke mit einbezogen werden.“

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Ein Weg, kurvige Modeafficionadas einzubeziehen, ist die Studio Untold Bloggerkollektion – schon zweimal arbeitete das Label mit deutschen Plus-Bloggerinnen zusammen, die zweite Kollektion „My Story“ ist vor kurzem im Shop eingetroffen (mein Favorit: der schwarze Kunstleder-Stepprock).

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Ein paar Fakten zu Studio Untold

– Mode von Größe 42-54 (meiner Erfahrung nach eher großzügig geschnitten)

– Schuhe, Dessous, Accessoires, Bademode

– Ausschließlich online zu kaufen

– Preissegment: moderates Mittelfeld (T-Shirt ca. 20-30 Euro, Tüllrock ca. 50 Euro)

PS: Wenn ich mir was von Studio Untold wünschen würde, wäre es Wäsche in größeren Größen (die BHs gehen im Moment leider nur bis Körbchengröße E), Bademode, die üppigere Oberweiten gut stützen (90G und Softcups passen einfach nicht zusammen) und vielleicht ein paar etwas gewagtere Ausschnitte bei den Oberteilen …

(Fotos (c) Studio Untold, Rhea Krcmárová)

Lieblingslinks: Spätsommer 2015

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Links, Links, Links! Für alle, die ein bisschen Inspiration und Hirnfutter in Sachen Selbstliebe und Body Positivity wollen …

Deutsch

Unrundes auf der Curvy-Messe: Bloggerin Nicola Hinz über erschreckend antiquiertes Gerede von Plus-Frauen über Plus-Frauen (letzter Absatz)

8 Schritte zu einem besseres Körpergefühl von Psychologin (und BH-Expertin) Anja Wermann

Dem Team von Mädchenmannschaften gehen die so genannten Besorgtheits-Trolle auch schon auf die Nerven …

Englisch

Eine Geschichte, die traurig und wütend macht: wie eine Krebspatientin fünf Jahre lang falsch diagnostiziert wurde, weil sie dick war

Wie es aussehen würde, hätten Computerspielheldinnen realistischere Körper …

Warum „clean eating“ überbewertet wird …

Ein 300 Kilo-Mann radelt durch Amerika, und die Medien tun ihr Schlimmstes …

Warum mache dicke Frau Mode lieber an Schlankeren sieht (eigentlich traurig …)

Erschreckend: angehende TurnlehrerInnen hegen massive Vorurteile gegenüber dicken Kindern

Ein Film rund um die Tanzperformance „Nothing to lose“ mit dicken TänzerInnen ist geplant – wenn sich via Crowdfunding genug UnterstützerInnen finden

Tightreading oder: so sehen echte (sprich: unretuschierte) Oberschenkel aus …

Es reicht! Warum man endlich aufhören soll, Fatbashing als „Sorge um unsere Gesundheit“ zu tarnen – Rant von Natasha Devon

Wie fettphobisch sind Lösungsansätze für Essstörungen? Melissa A. Fabello macht sich Gedanken …

Und noch ein Text von Fabello: Komisches Essverhalten oder schon Essstörung?

Plus-Size-Bloggerinnen erzählen über ihre Erfahrung mit Fatshaming

Diätwahn, Körpergefühl und mehr – die britische Komikerin Sarah Milican sagt, wie es ist …

Wie Männer lernen können, zu ihrer Vorliebe für dicke Frauen zu stehen

Sechs Dinge, du über Esstörungen vielleicht noch nicht weißt …

Die wunderbare Louise Green schreibt auf HuffPo darüber, warum eine rundliche Läuferin auf einem Zeitschriftencover auch im Jahr 2015 noch eine mittlere Sensation ist …

Smartphone-Apps können mehr als Kalorien zählen – 5 Apps zum Thema Body Positivity

Hilfe, mein Partner hat „mehr sexuelles Kapital“ als ich. Was machen, wenn man sich den Feschak seiner Träume geangelt hat und auf einmal unsicher ist …

Wenn rundere Frauen sich, ähem, selbst lieben – Tipps und Überlegungen …

Menschen, die sporteln, um sich hinterher wohl zu fühlen, betrieben viel mehr Sport als die, die es zum Abnehmen machen … Überraschung …

Und noch etwas zum Thema: Lass uns akttiv werden, weil wir unsere Körper lieben, und nicht, weil wir sie hassen

Was passiert, wenn man sich pro Tag einer seiner Ängste stellt – und das 100 Mal hintereinander?

Meine Hochzeit war wunderbar, und ich war dick wie nur was – von Lindy West, wem sonst
Was, wenn ich wirklich wüsste, dass ich schön bin? Schöne Worte von Daysha Edewi

Warum man bei Studien, die durch die Medien geistern, lieber etwas skeptisch bleiben soll – vor allem, wenn es um Ernährung und Gesundheit geht

Fashiontipps für Kundinnen: ja, aber …

Plus-Mode aus dem Angebot von Otto … ich liebe sowohl das Dirndl als auch das Anna Scholz-Kleid …
Plus-Mode aus dem Angebot von Otto … ich liebe sowohl das Dirndl als auch das Anna Scholz-Kleid …

In Sachen Plus Size Mode hat sich in den letzten Jahren wirklich einiges getan – das behaupte ich nicht nur, weil ich beim Schreiben aus dem Augenwinkeln meinen Kleiderschrank sehe, der vor hübschen Teilen geradezu überquillt (und nein, ich beschwere mich nicht). Zwar sieht es in Wien in Sachen Plus-Shops mit ein, zwei Ausnahmen immer noch eher trüb aus, Online-Versandhäuser aber haben ihr Sortiment inzwischen kräftig erweitert und bieten bestellfrohen Fashionistas eine feine Auswahl.

Wer sich beim Trend zur Mode mit mehr allerdings immer noch in tiefster Schlafphase befindet, sind die Frauenzeitschriften. Blöd für Curvies auf der Suche nach Stylingtipps und textiler Inspiration, denen dann nur das Surfen auf Blogs bleibt. Allerdings haben einige Versandhäuser diese modische Misere erkannt, und bieten ihren kräftigeren Kundinnen digitale Fashionratgeber an – als Seiten in Rahmen der Homepage, eigene Blogs oder per Social Media.

Eine der ausführlicheren Styling-Tipp-Seiten hat der Otto-Versand online gestellt, der seine Modetipps für Mollige auch als PDF-Download anbietet. Und auch wenn bei Tipps und Präsentation durchaus noch ein paar Verbesserungen möglich wären, geht der Ratgeber schon durchaus in die richtige Richtung.

Sehr positiv ist zuerst einmal, dass sich das Otto-Team Hilfe von zwei der bekanntesten Plus-Bloggerinnen im deutschsprachigen Raum gesucht hat. Cecile und Claudia verbindet ihr geschicktes Händchen in Sachen Stil und Styling, gleichzeitig ist der Geschmack der beiden unterschiedlich genug, um Abwechslung zu bieten.

Der Ton der Otto-Modetipps ist durchaus kurvenfreunlich. „Weibliche Rundungen sind ganz natürlich und sollten nicht weggehungert werden, nur weil bestimmte Schönheitsideale es so vorschreiben. Seien Sie stolz auf Ihre Kurven und unterstreichen Sie Ihre Schokoladenseite!“ Genau so spricht man seine Kundinnen an, liebes Otto-Team. Gut gefällt mir auch die Idee, die Tipps nach Jahreszeiten und Anlässen zu ordnen.

Die Modetipps selber sind etwas durchwachsen, und gehen tendenziell noch etwas zu sehr in Richtung konservativ und altbekannt. So wird immer wieder geraten, zu Longblusen oder Tuniken zu greifen, in Kombination mit engen Hosen oder Leggings. Abgesehen davon, dass das quasi die weithin propagierte „dicke Mädels-Uniform ist“, ist der Look nur sehr bedingt aufregend und verhunzt die Proportionen öfter, als das er ihnen schmeichelt. Auch der Vorschlag, im Sommer primär zu langen Kleidern zu greifen, finde ich nicht gänzlich zu Ende gedacht (vor allem, da ich diesen Blogpost an einem Sommerabend schreibe, an denen die Temperaturen ins Tropische tendieren und mir der Stoff eines langen Kleides – so ich denn eines anhätte – an den Beinen kleben würde wie eine Fliege an einer Froschzunge). Sicher, die Maxikleider, die im Moment so in sind, sind auf ihre Art nicht uncharmant, aber auch als barocke Beauty kann man ruhig ein paar kürzere Kleidchen sein eigen nennen, schon alleine als Hitzeschlagsvorbeugung.

Was man auch weglassen könnte, ist die Kaschier-Schiene. Ich weiß schon, es ist gut gemeint, aber ich bin etwas irritiert von Modetipps für Mollige, die mir helfen wollen, schlanker auszusehen. Ich mag meinen Körper, und finde nicht, dass ich mich kleiner machen muss. Auch möchte nie wieder lesen müssen, dass Teile meines Körpers (oder der Körper anderer Frauen) als „unerwünschte Problemzonen“ tituliert werden. Liebes Otto-Team (und alle anderen Modeleute), hier noch mal zum Mitschreiben:

Der nahe Osten ist eine Problem-Zone. Mein Hintern ist es nicht. (Und ja, ich zitiere da aus meinem eigenen Roman).

Bitte streicht in Zukunft diese Art von Formulierungen. Wenn man Frauen einredet, dass sie Teile ihres Körpers verstecken müssen, schadet man ihnen und ihrem Selbstvertrauen.

Das größte Manko der Otto-Modetippseite liegt meiner Ansicht nach aber in der Auswahl der Modefotos. Die Otto-eigenen Bilder zeigen 08/15-Mode an Models, die nicht einmal andeutungsweise Plus-Size haben, was gerade im Vergleich zu dem Fotos mit Cecile und Claudia schmerzlich auffällt. Dabei hat das Versandhaus in Sachen Plus-Mode inzwischen einiges zu bieten: weite Teile der Sheego-Kollektion (inklusive der Anna Scholz-Designs), Nordisches von Junarose, die romantisch-wilden Teile von Joe Browns oder Dirndl, die so hübsch sind, dass ich darin sogar halbwegs freiwillig aufs Oktoberfest ginge … und natürlich passende Schühchen und Täschchen und andere entzückende Accessoires … also, liebes Otto-Team, stellt eure Ware nicht unter den Scheffel, sondern zeigt euren kurvigen Kundinnen, was ihr alles zu bieten habt.

So hübsche Mode gibt es bei Otto – kein Grund also für altbackene Fotos …
So hübsche Mode gibt es bei Otto – kein Grund also für altbackene Fotos …

Sheego selbst bietet seinen Kundinnen übrigen auch ein eigenes Blog – Feel Happy. Zwar gleicht die Seite in Sachen Inhalt eher einem Lifestyle-Magazin – Kurvennews, Kurzinterviews, DIY-Tipps und mehr, aber zwischendrin finden sich auch Styling-Tipps, wie zB dieser Blogpost über verschiedene Figurentypen.

Auch der deutsche Peter Hahn-Versand bietet seinen Kundinnen ein Lifestyle-Blog, mit einer eigenen Unterseite für große Größen. Leider fahren die MacherInnen des Blogs die „Kaschier-Schiene“ teilweise noch wesentlich stärker als die Otto-Seite, und die Models auf den Fotos vieler Beiträge sind außer sehr schlank nur sehr schlank.

Zugegeben, ich bin nicht die Zielgruppe für dieses Versandhaus, die Mode ist für Frauen gedacht, die wesentlich älter oder/und konservativer sind als ich. Trotzdem finde ich den Tenor, der auf dem Blog herrscht, teils wirklich schade. Besonders geärgert habe ich mich letztes Jahr über einen Beitrag mit dem Titel 5 Styling-Tipps für kurvige Frauen. Wer wissen mag, warum ich Tipps und Sprache für alles andere als kurvenfreundlich halte, kann meine Diskussion mit der Verfasserin (bzw einer Verfechterin des Artikels) in den Kommentaren nachlesen. Dabei scheint die Verfasserin des Blogs, Frau Martin-Zick, recht engagiert zu sein in Sachen Plus Size, will offenbar vielen unsicheren Frauen mit ihren Tipps helfen, sich besser anzuziehen. Ob Überschriften wie „10 Jahre und 10 Kilo einfach wegmogeln“ dabei helfen, ist die Frage …

Viel besser gelungen finde ich das Blog der neuen Marke Studio Untold, mit wirklichen Plus-Frauen, frischem Design und Artikeln wie 50 nützliche Modetipps für echte Fashionistas oder darüber, wie man in hohen Schuhen läuft.

Nicht nur ein Blog, sondern auch einen YouTube-Kanal hat SWAK (Sealed with a Kiss) Designs – und die Amerikanerinnen wissen wirklich, wie man’s macht. Neben Stylingtipps und vielen Fotos mit runden Models, mit deren Hilfe man wunderbar sieht, wie die Kleider an einer wirklichen Plus-Size-Frau aussehen, bietet SWAK auch die Video-Serie SWAK in 60 Seconds mit Moderatorin und Fashionista Marci Guevara – mit Tipps von Styling der angebotenen Kleider bis zu DIY-Fashion-Hacks.

Bleibt nur zu hoffen, dass heimische EinkäuferInnen und Marktingmenschen mit Plus-Size-Kompezenz mal bei SWAK vorbeischauen und sich inspirieren lassen …

Tess Holiday sagt es, wie es ist …

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„Dass du dich über meinen Körper lustig machst, wird dich nie zu einem besseren Menschen machen. Es wird nie das Loch schließen, dass Du in dir fühlst, und die Probleme heilen, die du hast, wenn du dich im Spiegel begrachtest. Das wirkliche Thema ist nicht, dass ich fett bin, oder mein Umfang – es geht darum, dass du Angst hast, jemanden zu sehen, der glücklich UND fett ist. Ich muss nicht „repariert“ werden, weil ich nicht kaputt bin“.

Wahre Worte von Model Tess Holiday. Mehr hier …